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Freunde alten Blechs aller Marken

Wenn die Wahl zur Qual wird, oder was verwende ich bei älteren Fahrzeugen für Zündkerzen.

 

Gerade in letzter Zeit hatte ich einige Anfragen von Besitzern älterer Fahrzeuge, die Probleme hatten mit verrussten oder nassen Zündkerzen, und dies bei Motoren die in einwandfreiem Zustand waren, oder sogar frisch aus dem Zylinderschleifwerk kamen.  Was ist also bei der Wahl einer Zündkerze zu beachten.

 

In der dem Fahrzeug beiliegenden Betriebsanleitung (BA) sind früher vielfach zwei Kerzentypen angegeben worden, wobei der eine Typ eine kalte Zündkerze für Autobahnfahrten war und die andere eine wärmere, wenn der Wagen hauptsächlich im Stadtverkehr bewegt wurde. Bei Mercedes waren das meistens Kerzen von Bosch oder Beru. Damals hatte eine kalte Boschkerze z.B. die Bezeichnung  W225 T7 oder gar 250 oder 275, wobei die Zahl den Wärmewert angab. Je höher die Zahl, desto kälter und vollgasfester die Kerze.

Wichtig sind jedoch nicht nur der Wärmewert, sondern auch die Funkenlage und die Länge des Kerzengewindes. In einen Zylinderkopf der für Kerzen mit kurzem Gewinde ausgelegt ist, eine Langgewindekerze einzuschrauben, kann fatale Folgen haben, die soweit führen können, dass sich der Motor mit einem Loch im Kolben verabschiedet.

Mit Zündkerzen zu experimentieren lohnt sich im Grossen und Ganzen nicht und man tut gut daran, bei dem in der BA angegebenen Fabrikat zu bleiben. Etwas Cu Paste bei der Montage der Kerze erleichtert den späteren Wechsel und verhindert, dass beim Herausschrauben der Kerze auch gleich das Gewinde im Zylinderkopf mitkommt.

Heute gibt es, ausser man kann auf Restbestände zurückgreifen, kaum mehr Zündkerzen mit diesen alten Bezeichnungen aus den 50-er Jahren. Die heutigen Zündkerzen haben ein breiteres, nutzbares „Wärmewertband“ und eine 225-er Kerze wird bei Bosch ersetzt durch eine Kerze mit der Bezeichnung  W5BC oder W5DC. Bei der neuen Bosch-Bezeichnung bedeutet die niedrigere Zahl eine kältere Kerze. Eine W5DC ersetzt sowohl eine W200 T30-er wie auch eine W230 T30.

Zu beachten ist auch, dass wir heute kein Bleibenzin mehr haben und wer nicht unbedingt sportlich unterwegs ist, tankt sicher das preisgünstigere „Bleifrei 95“ für seinen Oldtimer, das für Fahrten „über Land“ sicher genügt.

Bei meinen Fahrzeugen habe ich auch die Zündung etwas später eingestellt und mische einen Zusatz als Bleiersatz bei. Ferner gebe ich noch einmal im Jahr einen Zusatz bei, der eventuelles Wasser im Tank binden soll und bei den Einspritzmotoren auch gleich noch die Einspritzdüsen schmiert. Beide Produkte beziehe ich bei Motorex, die aber nur an Grossisten liefern. Ähnliche Produkte gibt es jedoch an jeder Tankstelle oder beim Grossverteiler.

 

Als Anhang hier das Verkaufsprogramm von Bosch mit alten und neuen Kerzenbezeichnungen samt der Typenformel-Erläuterung. Natürlich dürfen auch die „Kerzengesichter“ und die richtigen und falschen Einbaulagen nicht fehlen.